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Was ist sexualisierte Gewalt?

In der Öffentlichkeit tauchen immer wieder unterschiedliche Begrifflichkeiten auf, die die verschiedenartigen Erscheinungsformen von sexueller Gewalt beschreiben sollen.
Dabei ist oftmals auch von sexuellen Übergriffen, Kindesmissbrauch, sexuellem Missbrauch, sexueller Nötigung oder Vergewaltigung die Rede. In der Fachwelt hat sich der Begriff der sexualisierten Gewalt durchgesetzt und kann als Oberbegriff für die verschiedenen Handlungen bezeichnet werden, die Machtausübung, Zwang oder erzwungene Nähe eines Menschen mit Mitteln der Sexualität zur Folge haben.

BSJ

Christopher Ott
Bildungsreferent "Sport und Soziales"

Tel. + 49 761 15246-37
Fax + 49 761 15246-31
ott@bsj-freiburg.de

Der Begriff der sexualisierten Gewalt umfasst dabei aber auch Handlungen, die rechtlich zwar nicht bedeutsam sein können, im Sport und darüber hinaus jedoch ebenfalls Berücksichtigung finden müssen. Hierzu zählen beispielweise sexualisierte Übergriffe durch Gesten, Witze und Bilder aber auch anzügliche Bemerkungen. Erscheinungsformen von sexualisierter Gewalt sind also vielschichtig und sollten in jedem Falle immer ernst genommen werden.

                                                                                  

Mögliche Anzeichen und Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport

Mögliche Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport:

  • Verbale Übergriffe, z.B. durch anzügliche Bemerkungen
  • Sexistische Aussagen
  • Nonverbale Übergriffe, z.B. durch Gesten und Blicke
  • Als Versehen getarnte Berührungen (u.a. im Intimbereich)
  • Verletzungen der Intimsphäre, wie z.B. in der Umkleidekabine oder Dusche
  • Fotografien in Umkleiden oder Duschen
  • Die persönlichen Grenzen überschreitenden Gespräche über Sexualität

Mögliche Anzeichen sexualisierter Gewalt im Sport:

Eindeutige körperliche oder psychische Anzeichen, die auf sexualisierte Gewalt hindeuten könnten, gibt es nicht. Es können aber Veränderungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten bei Sportler(innen) wahrgenommen werden, die auf jeden Fall ernst zu nehmen sind.

Verhaltensänderungen des Kindes / Jugendlichen:

  • Ängstlichkeit
  • Leistungsabfall
  • Plötzliche Interesselosigkeit
  • Rückzugstendenzen / passives Verhalten
  • Stimmungsschwankungen / emotionale Ausbrüche
  • Sexualisiertes Verhalten
  • Gewalttätigkeit
  • Konzentrationsschwäche / Ruhelosigkeit / Nervosität

Präventionsmöglichkeiten von sexualisierter Gewalt im Sport

Unter Prävention versteht man alle vorbeugenden Maßnahmen, die einer Entwicklung sexualisierter Gewalt entgegenwirken sollen. Ziel präventiver Maßnahmen im Sport sollte es sein, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass Sie sich gegen sexualisierte Gewalt wehren bzw. Hilfe in Anspruch nehmen können. Präventionsmaßnahmen können nie kurzzeitig erfolgen, sondern sollten fest in das Vereinsleben und die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen integriert sein. Wichtig ist dabei, dass den Sportler(innen) eine Grundhaltung vermittelt wird, die u.a. folgendes beinhaltet:

  • Dein Körper gehört Dir!
  • Deine Gefühle sind wichtig! Achte auf sie!
  • Nehme dich ernst, wenn Dir etwas komisch vorkommt!
  • Hilfe holen ist kein Verrat, sondern mutig!
  • Nein heißt Nein und muss von Anderen respektiert werden!
  • Schlechte Geheimnisse darf man weitererzählen!

Sportvereine können die Ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen schützen, indem sie das Problem sexualisierte Gewalt in ihrem Umfeld thematisieren. Institutionen, in denen jegliche Formen sexualisierter Gewalt kein Tabuthema sind, werden von möglichen Täter(innen) eher gemieden werden. Es muss ein sicherer Raum geschaffen werden, in dem die persönlichen Grenzen geachtet werden, eine Auseinandersetzung über Grenzverletzungen möglich ist und jede Form von Gewalt geächtet wird. Dabei ist es hilfreich, Kinder und Jugendliche über ihre Rechte (vgl. Sie hierzu den Rechtepass „Kinderrechte in unserem Verein“ der bsj) aufzuklären.

Präventive Maßnahmen im Sport

Sportvereine können verschiedene präventive Maßnahmen schaffen, durch die Sportler vor sexualisierter Gewalt geschützt werden können. Darunter fallen:

  • Streben Sie einen offensiven Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt im Sport an
  • Sensibilisieren Sie ihre Vereinsmitarbeiter und Trainer für die Thematik sexualisierte Gewalt im Sport
  • Erarbeiten Sie einen Verhaltens- bzw. Ehrenkodex, der u.a. die besonderen Gefährdungen von sexualisierter Gewalt im Sport benennt
  • Verpflichten Sie alle Trainer und Übungsleiter, die mit Kindern und Jugendlichen im Sportverein arbeiten, einen Verhaltens- bzw. Ehrenkodex zu unterschreiben (dieser sollte Bestandteil jedes Übungsleiter-Vertrages sein)
  • Sportler unterschreiben eine gemeinsame Vereinbarung, die ein respektvolles und aufmerksames Miteinander regeln (ein exemplarisches Muster können Sie hier einsehen)
  • Benennen Sie eine Vertrauensperson in ihrem Verein, die bei Bedarf Kontakt zur bsj oder einer externen Fach- und Beratungsstelle vor Ort herstellen kann
  • Ermöglichen Sie allen Vereinsebenen, also Vereinsmitarbeiter, Trainer, Eltern, Jugendlichen und Kindern die Teilnahme an Informations- und Präventionsveranstaltungen
  • Nehmen Sie Fort- und Weiterbildungsangebote der bsj oder der Fach- und Beratungsstellen in AnspruchNehmen Sie eine Anti-Gewalt-Erklärung in die Vereinssatzung und / oder (Jugend-)Ordnung auf (vgl. Sie hierzu die Jugendordnung der bsj)
     

Interventionsmöglichkeiten von sexualisierter Gewalt im Sport

Vorfälle von sexualisierter Gewalt in Sportvereinen- oder verbänden können auch mit Präventionskonzepten bzw. präventiven Maßnahmen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Daher ist es wichtig, bei Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdung als Verein oder Verband so reagieren zu können, dass Gefahrensituationen für Kinder und Jugendliche möglichst schnell unterbunden werden und Vereins bzw. Verbandsverantwortliche ihrer Garantenpflicht (d.h. der Verantwortung zum Schutz der Kinder und Jugendlichen) nachkommen.
Niemand wird erwarten können, dass die handelnden Personen in Sportvereinen- und verbänden Fachexperten im Umgang mit Interventionsfällen sind, aber ihrer Handlungsverantwortung zum Kinder- und Jugendschutz so nach kommen, dass sexualisierte Übergriffe unterbunden werden. Auch wenn sexualisierte Übergriffe menschliche Reaktionen hervorrufen können (wie z.B. Wut oder Hilflosigkeit), so ist es dennoch wichtig, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren. Je besser im Verein oder Verband eine Absprache erfolgt, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist, desto effektiver und bedachter kann betroffenen Kindern und Jugendlichen geholfen werden.

Beratungsstellen

Die Badische Sportjugend im Badischen Sportbund Freiburg e.V. hat eine Kontaktstelle für den Kinder- und Jugendschutz im Sport eingerichtet. An diese Stelle können sich unsere Vereine aus dem Einzugsgebiet und ihre Vereinsvertreter, Trainer und Sportler wenden, die Informationen oder konkrete Hilfe bei sexualisierter Gewalt benötigen.
Die Kontaktstelle der bsj übernimmt keine Aufklärungsarbeit von Vorkommnissen innerhalb der Vereine oder Verbände, sondern berät bei allen Anliegen der Präventionsarbeit, schult Vereinsmitarbeiter und Verbandsmitarbeiter und vermittelt zu externen Fach- und Beratungsstellen aus unserem Einzugsgebiet, die über die Möglichkeiten der Kontaktstelle hinaus vielfältige Präventions- und Interventionsmaßnahmen anbieten können.
Nachfolgend finden Sie unsere kooperierenden Fach- und Beratungsstellen, die Ihnen im Rahmen ihres Angebotes gerne weiterhelfen:

Fach- und Beratungsstelle

Wildwasser e.V. – Beratung und Information für Mädchen und Frauen

Wildwasser e.V. – Beratung und Information für Mädchen und Frauen
Basler Straße 8, 79100 Freiburg im Breisgau

Tel. + 49 761 33645info@wildwasser-freiburg.de

Fach- und Beratungsstelle

Wendepunkt e.V. – Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch  an Mädchen und Jungen

Wendepunkt e.V. – Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen
Kronenstraße 14, 79100 Freiburg im Breisgau

Tel. + 49 761 7071191info@wendepunkt-freiburg.de

Fach- und Beratungsstelle

Frauenhorizonte – gegen sexuelle Gewalt e.V.

Frauenhorizonte – gegen sexuelle Gewalt e.V.
Basler Straße 8, 79100 Freiburg im Breisgau

Tel. + 49 761 2858585info@frauenhorizonte.de

Fach- und Beratungsstelle

Weisser Ring e.V. – Außenstelle Freiburg

Weisser Ring e.V. – Außenstelle Freiburg
Kußmaulstraße 58, 79114 Freiburg im Breisgau

Tel. + 49 761 131066weisserring-fr@gmx.de

Fach- und Beratungsstelle

Aufschrei! Ortenauer Verein gegen sex. Gewalt an Kindern und Erwachsenen e.V.

Aufschrei! Ortenauer Verein gegen sex. Gewalt an Kindern und Erwachsenen e.V.
Hindenburgstraße 28, 77654 Offenburg

Tel. + 49 781 31000offenburg@aufschrei-ortenau.de

Fach- und Beratungsstelle

Feuervogel e.V. I Verein für ein selbstbestimmtes Leben– Frei von sexueller Gewalt

Feuervogel e.V. I Verein für ein selbstbestimmtes Leben– Frei von sexueller Gewalt
Engelstraße 37, 76473 Rastatt

Tel. + 49 7222 788838info@feuervogel-rastatt.de

Fach- und Beratungsstelle

Grauzone e.V. – Hilfe bei sexueller Gewalt

Grauzone e.V. – Hilfe bei sexueller Gewalt
Mühlenstraße 42, 78166 Donaueschingen

Tel. + 49 771 4111info@grauzone-ev.de

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